Entfaltung der Stimme – Singen mit Leib und Seele

Mein Weg

Mein Weg zum Stimm-Klang-Lehrer

Johannes Quistorp

Geboren 1947 am Niederrhein - als Jugendlicher Klavier- und Orgeluntericht - seit der Schulzeit bis heute immer wieder in verschiedenen Chören gesungen - ab 1966 zunächst in Tübingen Studium der Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft, dann ab 1968 (!) in Berlin Germanistik und Politologie; Abschluss - mit 2. Staatsexamen für Lehramt am Gymnasium


Mit 35 Jahren habe ich, zunächst im Rahmen einer Ausbildung zum (nebenberuflichen) Organisten und Chorleiter in Köln, begonnen, Gesangsunterricht zu nehmen.


Nach drei Jahren klassischem Gesangsunterricht entdeckte ich auf einem Gesangskurs mit Cornelius Reid ("Funktionale Stimmentwicklung") das Lichtenberger Institut mit seinem (damals noch sogenannten) "Funktionalen Stimmtraining". (Jetzt: "Lichtenberger Institut für angewandte Stimmphysiologie")


Von Anfang an faszinierte mich, daß es sich bei der funktionalen Methode nicht um eine weitere spezielle Art der Gesangstechnik handelte, keine Optimierungsstrategie, keine Tricks und Manipulationen, keine gesangsästhetische Ausrichtung, dass der Lehrer einem nichts beibringt, oder dass man ihn quasi nachahmen muss.


Auf der einen Seite interessierte mich am Lichtenberger Institut das breite und tiefe Wissen von allen stimmphysiologischen Funktionszusammenhängen und auf der anderen Seite beeindruckte mich die intuitive und stimulierende pädagogische Arbeit. Mein Lernen wurde zu einer immer tiefer gehenden sensorischen Wahrnehmungsschulung, in der ich quasi den eigenen "inneren Lehrer" zu entdecken lernte.


Singen wurde für mich immer leichter, einfacher, differenzierter, komplexer, und mich packte der unstillbare Drang, meine Erfahrungen mit der Stimme und meine Begeisterung für den Prozess der Stimmentfaltung weiterzugeben.


Hinzu kamen dann noch im Laufe der Jahre Begegnungen mit verschiedenen Arten von Körperarbeit und Selbsterfahrungsprozessen. Ich könnte nicht mehr unterscheiden, ob sich meine Stimme und mein Unterrichten durch diese Prozesse weiterentwickelt haben, oder ob sich meine Persönlichkeit durch die Entfaltung meiner Stimme und die Entdeckungen in der Arbeit mit anderen Menschen entwickelt hat.


Seit 1985 bin ich im Kontakt mit dem "Lichtenberger Institut" und nehme weiter Anteil an der Entwicklung der Arbeit des Instituts. Aufbauend auf diesen Erfahrungen habe ich im Laufe der Jahre meinen eigenen Weg zur "Entfaltung der Stimme" entwickelt, die Stimmphysiologie mit meinen Erfahrungen in Körper- und Bewußtseinsschulung zu verbinden und die Entwicklung des Stimmklangs als einen Weg in musikalische Klangwelten zu gestalten.


Ab 1984 leitete ich verschiedene Kirchenchöre und einen Männerchor und begann auch schon bald, orientiert an der funktionalen Stimmpädagogik, zu unterrichten: Sänger aus den Bereichen Klassik, Jazz und Musical sowie Chorsänger, Tänzer und Schauspieler.


Mehrere Jahre arbeitete ich am Schauspiel Essen mit Schauspielern und hatte einen Lehrauftrag an der Folkwanghochschule in Essen für Studenten aus dem Bereich Schauspiel, Jazz und Musical.

1987 entwickelte ich das Konzept für meinen Kurs "Entfaltung der Stimme - Singen mit Leib und Seele" und für die Klangmassage "Invocation"

Seit 1996 unterrichte ich in München als freiberuflicher Gesangslehrer im eigenen Studio , gebe Kurse am Freien Musikzentrum und habe dort von 1997 an den Chor "Unisono" aufgebaut.


Zu den Liedern auf der Seite "Hörbeispiele":

Nur in den drei Jahre bei meinem ersten Gesangslehrer habe ich mich im Unterricht mit klassischer Gesangsliteratur beschäftigt; es war eher ein Lernen anhand von Liedern, von dem ich viel für die sängerische Gestaltung gelernt habe. Im Unterricht in "Lichtenberg" ging es um die "Entfaltung der Stimme", gerade unabhängig von der Umsetzung in den Gesang von Literatur. Die sängerische, musikalische und interpretatorische Gestaltung der Lieder, wie sie in den Hörbeispielen zu hören sind, ist im wesentlichen das Ergebnis meines eigenen Weges von Lernen, Erkunden, Suchen, Entdecken und Finden.

© Johannes Quistorp